Guantanamo-Häftlinge in Deutschland?
Sonntag, 3.Mai 2009 von Max
Zur Zeit wird ja debattiert, ob Deutschland Guantanamo-Häftlinge aufnehmen sollte. Allerdings verstehe ich nicht, warum die USA die Häftlinge nicht selbst behalten, wenn sie nicht in ihre Heimatländer zurückkehren können. Was hat Deutschland mit den Verfehlungen der USA zu tun?
Wie steht ihr zu diesem Thema? Befürwortet ihr die Aufnahme, wenn ja warum?
Für mich stehen da noch zu viele Fragezeichen im Raum.
Max
Tags: Guantanamo, Häftlinge, USA










Angesichts der Tatsache, dass es den Amerikanern wirtschaftlich gesehen zur Zeit noch ein ganzes Stück schlechter geht und die Krise noch heftiger ihre Spuren hinterlässt als hier in Europa, wäre es ein Zeichen des Zusammenhalts auch in dieser Problematik einem Verbündeten und wichtigen Handelspartner unter die Arme zu greifen – jedoch ist es in meinen Augen auch eine Frechheit seitens der Amerikaner von uns Europäern zu verlangen, dass wir diese Personen zu Kosten von Millionen von Euro aufnehmen und sie nicht stattdessen in ihre Heimatländer zurück zu schicken. Man bedenke dabei, dass es sich um Verdächtige und nicht um Verurteile handelt – mit denen wir in vielen (den meisten) Fällen wohl rein gar nichts zu tun haben.
Also die Frage ist abhängig von der Sympathie den Amerikanern gegenüber, natürlich mit dem Hintergedanken wo und wann irgendwann wieder Hilfe zurück verlangt werden kann.
Da würde ich gerne in den Raum stellen: Deutsche Soldaten sollen laut Obama auch künftig mehr in den Amerika-verursachten Krisengebieten vertreten sein. Noch irgendwelche Wünsche von drüben wo wir schon dabei sind?
Natürlich könnte man argumentieren, dass die USA sich das Problem selbst eingebrockt haben und es deshalb auch selbst lösen sollen.
Als jemand, der nicht sonderlich viel von nationalstaatlicher Abschottung hält, denke ich allerdings, dass alle freiheitlich-demokratischen Staaten in solchen Fragen zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen sollten.
Warum man die Gefangenen oftmals nicht zurück in ihre Heimatländer schicken kann: Viele von ihnen gehören verfolgten Minderheiten an (z. B. Uiguren in China) und würden, gerade weil sie in Guantanamo inhaftiert waren, in ihrer Heimat weiter gefangen gehalten und gefoltert. Daher muss ihnen, um ihnen weiteres Leid zu ersparen, der Aufenthalt in einem Land ermöglicht werden, in dem sie nicht bedroht sind.
Ein sehr interessanter und erschreckender Artikel zu diesem Thema aus einer älteren NEON-Ausgabe: http://www.neon.de/kat/sehen/politik/krieg_und_militaer/233294.html
Ein Land, in dem sie nicht bedroht sind, ja. Die USA wäre ja ein solches Beispiel. Und wenn man die enormen Summem betrachtet, die für die Kunjunkturstärkung ausgegeben werden, kann man ja wohl der Meinung sein, dass die USA wohl noch ein paar Millionen zusammenkratzen können um die Häftlinge in die amerikanische Gesellschaft einzugliedern.
Auch darf man nicht außer Acht lassen, dass die Häftlinge nach jahrelanger Gefangenschaft ohne Rechtsbeistand und Waterboarding das Vertrauen in die USA und deren Verbündete verloren haben bzw. einen Hass entwickelt haben. Durch eine solche Radikalisierung könnte, wenn Dtl. Gefangene aufnimmt, eine Gefahr für die hier lebenden Menschen entstehen. Und solange Sicherheit nicht gewährleistet ist, lehne ich solch ein Vorhaben ab.
Man kann klar so argumentieren, dass freiheitlich demokratische Staaten sich untereinander unterstützen sollten. Jedoch sollte man auch die Sicherheitsrisiken bedenken, die damit verbunden sind. Bei den Inhaftierten handelt es sich ja nicht umbedingt um Kleinkriminelle. Darüber hinaus stelle ich mir die Frage, warum diese Personen nicht schon lägts frei gelassen werden, wenn sie in den USA “angeblich” als ungefährlich gelten? Anscheinend muss noch ein Restrisiko bestehen.
Auch klar ist, dass bei jeder einzelnen Person geprüft werden muss, ob das Heimatland oder die USA selbst als zukünftiger Aufenthaltsort entfallen. Ich würde es auch nicht gut heißen, wenn Personen, die verfolgten Minderheiten angehören, in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden. Doch ich denke, daran lässt sich ein viel gravierenderes Problem erkennen: Wie kann es sein, dass in Zeiten der Grundrechte Minderheiten verfolgt und gefoltert werden?
Zu der Aussage Obamas, dass Deutsche Soldaten mehr in diesen Kriegsgebieten eingesetzt werden sollten, halte ich persönlch nicht viel. Ich kann es nicht nachvollziehen, dass Menschenleben für Kriege geopfert werden, die oft selbst von Amerika provoziert werden und in den meisten Fällen keine Probleme lösen, sondern dieses noch vergrößern.
Puh,
Ex-Guantanamo-Häftlinge sind frei und unschuldig und sollten doch selbst entscheiden können wo sie hin gehen/wollen.
Wovon leben? Wie sich eingliedern? Den angerichteten Schaden gut machen? – Dessen muss sich die USA annehmen.
@Steffi
Es stellt sich die Frage, WER hier ‘Schaden’ angerichtet hat, den es wieder ‘gut zu machen’ gilt ..
In Guantanamo sitzen seit fast 10 Jahren fast 200 unschuldige Männer, unter ihnen auch viele Jugendliche. Keiner von ihnen ist bis HEUTE angeklagt worden, keiner von ihnen hat BIS HEUTE die Möglichkeit gehabt, zu seinen angeblichen Verbrechen die ihm zur Last gelegt wurden, Stellung zu nehmen. Soweit ich informiert bin, gilt man solange als unschuldig, solange man nicht angeklagt und rechtskräftig verurteilt wurde.
Nun sollen also diese Menschen nicht in ihre Heimat zurück dürfen .. WARUM? Aus welchem Grund sollen sie nun in x-beliebige Länder abgeschoben werden? Was wollen die Amis vertuschen?